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3 Schulleben

3.01 Schulanfang

Wir gestalten den Schulanfang so, dass die Kinder behutsam in das schulische Leben eingeführt werden. Schon vor der Einschulung laden wir die schul-pflichtigen Kinder zu einem Besuch in die Schule ein, bei dem sie eine Unter-richtsstunde im ersten Schuljahr und eine Hofpause miterleben können.
Den Eltern wird vor der Einschulung unser Schul-ABC (siehe Anhang) ausge-händigt. Diesem können sie alle relevanten Informationen bezüglich des Schulall-tags entnehmen.
Den ersten Schultag beginnen wir mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer Feierstunde.
Wir treffen geeignete Maßnahmen, um den Übergang mit den neuen Anforde-rungen zu erleichtern (Stundenplan, zeitliche Rhythmisierung, Spiel, Bewegungs-pausen, Rituale).
Unsere "Bundesjuxspiele" (Ein Vormittag lang werden im Klassenverband Aben-teuer- und Bewegungsspiele durchgeführt.), die in den ersten Schuljahren vor den Herbstferien stattfinden, tragen dazu bei, dass die Kinder einander besser kennenlernen und wahrnehmen.

3.02 Schulordnung

Schule ist immer auch unmittelbarer Lebens- und Erfahrungsraum, der das Denken und Handeln der Schüler*innen beeinflusst. Es ist deshalb wichtig, dass Kinder in der Schule vertrauensvolle Bindungen zu Mitschüler*innen und Lehrer*innen erfahren. Dazu tragen vereinbarte Rituale sowie Schul- und Klassenregeln bei. Das Erlebnis solcher Rituale und Regeln gibt den Kindern Sicherheit und Geborgenheit und fördert ihre Fähigkeit zu sozialem Handeln.

1 Ich gehe sorgsam mit Schuleigentum um.
1.1 Ich halte unsere Schule sauber.
1.2 Ich räume auf.
1.3 Ich halte mich an die Büchereiregeln.

2 Ich gehe rücksichtvoll und umsichtig mit den anderen Kindern und den Erwachsenen um.
2.1 Ich verletze niemanden mit Worten.
2.2 Ich bewege mich ruhig im Schulgebäude.
2.3 Körperliche Gewalt ist verboten.
2.4 Finger weg von den Sachen anderer!

3 In der Pause...
3.1 ... verlasse ich zügig das Schulgebäude.
3.2 ... bleibe ich auf dem Schulhof.
3.3 ... werfe ich nicht mit harten Gegenständen (Schneebälle, Steine, harte Bälle).
3.4 ... betrete ich weder Hang noch Beete.
3.5 ... beachte ich den Spielplan für den Fußballplatz.
3.6 ... spiele ich mit dem Ball nur auf der erlaubten Fläche.
3.7 In der Regenpause suche ich mir eine ruhige Beschäftigung in der Klasse oder auf dem Flur.

4 Handys bleiben ausgeschaltet im Ranzen.

Bei Verstößen gegen die Schulordnung wurden einheitliche Konsequenzen ver-abredet, die sowohl den Kindern als auch den Eltern z.B. auf Elternabenden transparent gemacht werden.
Um das Unterrichtsgeschehen in allen Klassen gleichsinnig zu regeln, wurden mit der Schulpflegschaft mit dem Kollegium aber auch mit den Klassenräten zwei weitere Hilfsmittel etabliert.
In allen Klassen hängen je eine gleiche "Regelsonne" und eine "Benimmampel". Die "Regelsonne" zeigt sechs Unterrichtsregeln:
melden; leise arbeiten; flüstern; Ordnung halten; helfen; zuhören.
Diese Regeln sind einzeln ablösbar und können für Unterrichtssequenzen optisch in den Mittelpunkt gestellt werden, indem sie z.B. an der Tafel befestigt werden. Zwei weitere Regeln können von jeder Klasse individuell hinzugefügt werden.

Die "Benimmampel" zeigt vier farbige Felder. Ein Kind das während des Unter-richtstages durch mehrere Regelverstöße auffällt, "wandert" vom grünen über das gelbe und das orange Feld in das rote Feld. Als Konsequenz dessen muss das Kind den Rest der Unterrichtsstunde in der Nachbarklasse verbringen.

3.03 Gestaltung des Schulgebäudes

Wir gestalten unseren Klassenraum und unsere Schule als Lebensraum und erhalten diesen Zustand. Dabei wird die sinnliche Wahrnehmung geschult, das Verantwortungsbewusstsein gefördert und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Wir wollen uns wohl fühlen.

3.04 Gestaltung des Schulhofes

Mit dem Umzug in das neue Schulgebäude im Altenrather Feld konnten wir un-seren Schulhof in Zusammenarbeit mit einer Landschaftsarchitektin gestalten und schon weitestgehend umsetzen. Wir legen Wert auf vielfältige Bewegungs- und Spielmöglichkeiten sowie Ruhezonen. Im Januar 2014 wurde der neu erbaute "Hochseilparcours" eingeweiht, der zum Klettern und Balancieren einlädt. Aus dem Erlös des Schulfestes zum zehnjährigen Bestehen unseres Schulgebäudes wurden im August 2014 Balancierstangen auf dem Wellenrasen errichtet. In den Pausen ist dies natürlich ein willkommener Klettergrund. Im Sommer 2015 wurde mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins und der Firma Ford ein Kinderspielhaus auf dem Schulhof errichtet. Im Frühjahr 2017 werden zwei Ballkörbe auf dem Schulhof platziert.

3.05 Feste und Feiern

Feste und Feiern im Kirchenjahr und Jahreskreis bilden an unserer Schule Höhepunkte (Einschulung, Advents- und Weihnachtsfeiern, Gottesdienst, Ge-burtstagsfeiern, Martinsumzug, Bastelnachmittage, Basare, Karneval, Oster-bräuche, Schulabschlussfeiern, Sport- und Schwimmfeste, Klassen- und Schul-feste und Projektwochen). An der Gestaltung wirken Eltern, Lehrer*innen, OGS und außerschulische Institutionen mit.
Besonders zu erwähnen sind die Aktivitäten rund um den Karneval. Seit 2013 hat sich die Gestaltung des Karnevalsfestes an der Grundschule Lindlar-Ost grund-legend gewandelt.
Wie bisher findet die schulische Feier an Weiberfastnacht statt. Neu ist, dass eine 1 stündige Kindersitzung im Beisein von Eltern ausgestaltet wird. Die Schulpflegschaft regte diese Teilnahme an, denn nun können die Kinder ihre einstudierten Tänze, Sketche und Darbietungen auch vor den Eltern präsentieren. Dies schafft Gemeinsamkeiten, Anerkennung und Stolz auf breiter Ebene.
Auch feiern Kinder, Eltern und Lehrpersonal gemeinsam in sonst unüblicher aus-gelassener Atmosphäre. "Die andere Seite" einmal "anders" zu erleben, das ist wertvoll und schafft Gemeinsinn sowie Vertrauen innerhalb der Schulgemeinde.
Ebenso neu ist, dass aus den Schüler*innen der vierten Klassen ein Schülerprin-zenpaar ausgelost wird. Am 11.11. des Vorjahres werden die Beiden aus der Schar der am Amt Interessierten durch den Bürgermeister im Beisein weiterer prominenter Lindlarer Persönlichkeiten ausgelost und anschließend gefeiert. Ihr Amt treten sie aktiv an, indem sie an Weiberfastnacht durch die schulische Kar-nevalsfeier leiten.
Höhepunkt ist die Teilnahme am Lindlarer Karnevalszug. Hier wird das Prinzen-paar unter einem Jahresmotto von einer Fußtruppe aus Viertklässler*innen, Eltern und Lehrer*innen in gemeinsamer Kostümierung begleitet.
Aus den Erfahrungen der letzten Jahren kann festgehalten werden, dass diese Zugteilnahme ein mit großem Organisationsaufwand verbundenes schulisches Event ist, sich aber stets durch Elternmitarbeit und Unterstützung durch Lindlarer Lokalkolorit als lohnenswert erweist: Gemeinsame Vorbereitungszeit, aufgeregte Erwartung, im Mittelpunkt stehen, gefeiert werden, Kamelle werfen, Gemeinsam-keit über sonst übliche Schranken hinweg erleben; all dies schafft Verbundenheit, Empathie und Selbstwertgefühl.
Karneval an der GGS Lindlar-Ost ist ein wichtiges Element von Schulentwicklung im Sinne von Wir-Gefühl und freudevollem, gemeinsamen Erleben geworden.

3.06 Projektwoche und Zirkusprojekt

Beim projektorientierten Arbeiten geht es darum, dass die Kinder aktiv und han-delnd Erfahrungen sammeln. Dabei werden ihre Interessen berücksichtigt, das soziale Miteinander gefördert, die Leistungsbereitschaft geweckt und die Hand-lungsfähigkeit in der Lebenswirklichkeit gebildet. Projekte können sich spontan aus außer- und innerschulischem Alltag ergeben oder von Lehrer*innen aufge-spürt und zur Auswahl zur Verfügung gestellt werden. Wir führen klassen-gebundene und -übergreifende Projekte durch, auch als Projektwochen.
Ebenso findet alle vier Jahre ein Zirkusprojekt an unserer Schule statt, bei dem die Schüler*innen in Kleingruppen Kunststücke einüben und diese im Rahmen einer großen Galavorstellung in der Manege präsentieren.

3.07 Klassenfahrten

Neben der Aufarbeitung unterrichtlicher Inhalte ist das Hauptanliegen dieses Vorhabens die Stärkung der Klassengemeinschaft und die Festigung des sozialen Miteinanders. Durch Wanderungen, sportliche Aktivitäten, Spiele oder gemein-sames Singen können die Kinder in besonderem Maße ihre Sozialkompetenz entwickeln und ihre Umwelterfahrungen vertiefen.
In jedem Schuljahr finden gemeinsame Klassenausflüge in Form einer Wande-rung in die nähere Umgebung oder einer Tagesfahrt zu beliebten Ausflugszielen (Kölner Zoo, Schulmuseum in Bensberg, Sportmuseum in Köln, Kindermuseum in Duisburg etc.) statt.
Für das dritte oder vierte Schuljahr planen Kinder und Lehrer*innen gemeinsam eine dreitägige Klassenfahrt. Diese kann im Zusammenhang mit den Themen des Sachunterrichts (z.B. Ritter ? Schloss, Burg, Schulung der Teamfähigkeit durch kooperative Spiele - z.B. Wuppertal, JH Wiehl) stehen.

3.08 Theaterbesuch

Um unsere Kinder mit kulturellen Werten vertraut zu machen, nehmen wir das Angebot des Theaters in Gummersbach für unsere Schule an. Die Auswahl für klassenübergreifende Veranstaltungen trifft die Schulkonferenz auf Vorschlag der Schulpflegschaft. Alternativ laden wir Theater oder z.B. "Die Junge Oper" zu Auf-führungen in unsere Schule ein. Falls eine Theater-AG an der Schule angeboten werden kann, führt diese traditionell in der letzten Schulwoche vor dem Halbjah-resende bzw. vor den Sommerferien ein selbst einstudiertes Theaterstück für alle Klassen im Forum der Schule auf.

3.09 Schulgottesdienste

Wir vermitteln neben christlichen Werten und Überlieferungen religiöse Ge-meinschaftserfahrungen und helfen den Schüler*innen in die gelebte Praxis des Glaubens hineinzuwachsen. So nehmen die katholischen Schüler*innen der 3. und 4. Schuljahre vierzehntägig an einem von Lehrer*innen und Eltern betreuten Schulgottesdienst teil. Für die evangelischen Kinder der entsprechenden Schul-jahre findet einmal im Monat ein Gottesdienst in der Jubilate-Kirche statt. Kinder, die keinem dieser Bekenntnisse angehören, bekommen in dieser Zeit eine Förder- oder Forderstunde.

3.10 Randstundenbetreuung

Durch Berufstätigkeit oder außergewöhnliche Belastungen ist es den Eltern vieler Schüler*innen oft nur schwer oder nicht möglich, deren Beaufsichtigung während des Vormittags zu gewährleisten. Unsere Schule bietet ihnen daher in Abhängig-keit vom Stundenplan ihres Kindes an allen Unterrichtstagen gegen einen fest-gesetzten Kostenbeitrag die Möglichkeit einer qualifizierten Betreuung des Kindes während der Unterrichtszeit (bis 13.30 Uhr). Finanzieller und organisatorischer Träger ist der Förderverein der GGS Lindlar-Ost und Lindlar-West.

3.11 Offene Ganztagsschule

Die OGS bedeutet für die Schüler*innen spielen, basteln, Freunde finden, spie-lerisch lernen, vielfältige soziale Erfahrungen sammeln, Hausaufgaben machen, gemeinsames Mittagessen, gemeinsames naschen, kochen, Selbstständigkeit, Umgang mit dem Computer lernen, tanzen, lesen, entspannen, Fußball spielen, nähen, werken, turnen, malen, backen, klettern, bewegen, Tischtennis spielen, Fußball spielen, helfen, feiern, Natur erleben, lachen, Geborgenheit, forschen, künstlerisch gestalten, singen, Spaß und Vieles mehr.

Das heißt für das OGS-Team:
- einen familiären Rahmen für die Kinder schaffen,
- Stärkung der Familie und der Kinder,
- Raum für Bildung und Erziehung schaffen,
- einen strukturierter Tagesablauf mit warmem Mittagessen bieten,
- einen Raum mit ruhiger Arbeitsatmosphäre (Hausaufgaben) bieten,
- Unterstützung bei der Erledigung der Hausaufgaben,
- Heranführen an Freizeitaktivitäten,
- individuelle Förderung der Kinder unter der Berücksichtigung unterschied-licher Begabungen,
- Verbesserung der Chancen für benachteiligte Kinder,
- soziales Lernen in altersgemischten Gruppen,
- Platz und Zeit für das eigene freie Spiel schaffen,
- Vernetzung von Schule und Betreuung,
- das Selbstbewusstsein der Kinder stärken,
- Schule als Lebensraum gestalten und
- soziales Denken und Miteinander in der Gruppe fördern.

Das heißt für die OGS-Eltern:
- die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird erleichtert,
- Betreuungssicherheit in den Ferien und an Schließungstagen der Schule,
- feste Ansprechpartner und
- ein geregelter Tagesablauf für das Kind.

Die OGS Lindlar-Ost besuchen 75 Kinder, die in drei Gruppen betreut werden. Ab Sommer 2017 wird eine vierte Gruppe eröffnet werden, da der Bedarf stetig zunimmt. Das Personal setzt sich aus Erzieher*Innen und pädagogisch weitergebildeten Personen zusammen. OGS-Leitung und Schulleitung stehen in stetem Austausch. Gegenseitige Teilnahme an den jeweiligen Besprechungen sind selbstverständlich. Aber auch das Kollegium und die OGS-Mitarbeiterinnen un-terhalten einen regen Austausch, indem Beratungsgespräche über Schüler*innen oder Elterngespräche gemeinsam geführt werden.

3.12 Elternmitarbeit

Über die Mitarbeit in den schulischen Gremien hinaus haben Eltern und wir eine gemeinsame Verantwortung und einen gemeinsamen Erziehungsauftrag für jedes Kind. Dies erfordert eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen uns und den Erziehungsberechtigten.
Der Gestaltung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Eltern und uns kommt eine besondere Bedeutung zu. Vielfältige Kontakte und der Austausch über pädagogische Vorstellungen tragen zu einer positiven Wirkung auf das Kind und die Entwicklung der Schule bei. Wir nutzen Hilfe, Aktivitäten und Kompetenz der Eltern. Gestaltungsspielräume finden sich in der gemeinsamen Arbeit an den schuleigenen Konzepten, im Unterricht und im Schulleben (z.B. Ausflüge, Klassen- und Schulfeste, Bastelaktionen, Radfahrprüfung, Bücherei, Leseeltern, Sportfest...).
In einer Elternabfrage wurde die Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit, Mithilfe und zur Bereitstellung von Material angefragt. Fast 1/3 der Eltern sagten zu, dass sie Ressourcen zur Verfügung stellen können. Diese große Bereitschaft spiegelt eine starke Verbundenheit mit der GGS Lindlar-Ost wieder.

3.13 Gender Mainstream

Gender-Mainstream bezeichnet das Bemühen um die Gleichstellung der Ge-schlechter auf allen gesellschaftlichen Ebenen.
Für uns in der Schule bedeutet das, dass die Förderung des individuellen Po-tentials wichtig ist und dass die Bedürfnisse und Begabungen der Kinder unab-hängig von ihrem Geschlecht erkannt und verstärkt werden sollen. Hindernisse, die dies erschweren, gilt es zu beseitigen. Wir versuchen, dieser Forderung im Schulalltag gerecht zu werden. Folgendes unterstützt unser Bemühen:
- gendergerechte Sprache im Unterricht, aber auch in z.B. Elternbriefen,
- geeignetes Literaturangebot in der Schulbücherei,
- Verteilung von Diensten unabhängig vom Geschlecht,
- Schulhofgestaltung mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten (Ruhe und ak-tives Spiel),
- Gestaltung des Sachunterrichts mit unterschiedlichen Themenschwer-punkten (MINT),
- Übernahme von Patenschaften (freie Partner*innenwahl) sowie
- gleichberechtigte Beteiligung von Jungen und Mädchen an der Gestaltung des Schullebens (Klassensprecher*innen, Klassenrat usw.).

Auch nehmen die Schüler*innen der vierten Schuljahre seit zwei Jahren am MFM-Projekt (My Fertility Matters) teil. Der zentrale Leitgedanke des Projekts lautet: "Nur was ich schätze, kann ich schützen". Nach Geschlechtern getrennte Workshops haben zum Ziel, Mädchen und Jungen, die am Anfang ihrer Pubertät stehen, dabei zu unterstützen, einen positiven Zugang zu ihren körperlichen Ver-änderungen zu finden. Die bisherige Resonanz von Schüler*innen und Eltern war äußerst positiv.